Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Günter Feucht, der den Arbeiter-Samariter-Bund in Baden-Württemberg über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt hat. Als langjähriger stellvertretender Landesvorsitzender, Vorsitzender seiner ASB-Gliederung in Merklingen und engagierter Samariter hinterlässt er bleibende Spuren in unserem Verband und weit darüber hinaus.
Seit seinem Eintritt in den ASB im Jahr 1977 engagierte sich Günter Feucht mit außergewöhnlicher Leidenschaft für die Menschen in unserer Gesellschaft. Bereits früh übernahm er Verantwortung im Rettungsdienst und im Ehrenamt. Von 1986 an gehörte er dem Landesvorstand des ASB Baden-Württemberg an, ab 1988 bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2014 als stellvertretender Landesvorsitzender. Mit seinem fundierten Praxiswissen, seiner Erfahrung und seiner klaren Haltung war er über viele Jahre eine wichtige Stütze unseres Landesverbandes.
Günter Feucht war jedoch weit mehr als ein engagierter Funktionsträger. Mit Entschlossenheit, Pragmatismus und großer Tatkraft trieb er den Ausbau zahlreicher ASB-Angebote voran. Unter seiner Verantwortung entwickelten sich Rettungsdienst, Katastrophenschutz, soziale Dienste, ambulante Pflege und stationäre Pflegeeinrichtungen kontinuierlich weiter. Auch die Aufbauarbeit des ASB in Sachsen nach der Wiedervereinigung sowie die Gründung und Weiterentwicklung wichtiger Ausbildungsstrukturen tragen seine Handschrift.
Besonders am Herzen lag ihm das Ehrenamt. Als Landesausbildungsleiter setzte er sich für hohe Qualitätsstandards ein und lebte sein Verständnis von „professioneller Hilfe durch Ehrenamtliche“ jeden Tag vor. Dabei blieb er selbst stets aktiver Helfer. Über viele Jahrzehnte fuhr er Rettungseinsätze, engagierte sich im Hausnotrufdienst, bildete Nachwuchskräfte aus und stand Kolleginnen und Kollegen mit Rat und Tat zur Seite.
Sein Einsatz reichte weit über Baden-Württemberg hinaus. Ob bei Hilfsmaßnahmen nach einem Erdbeben in der Türkei, während der Hochwasserkatastrophe in Sachsen oder bei der Unterstützung einer Behindertentagesstätte in Ungarn: Für Günter Feucht war Solidarität keine Frage von Zuständigkeiten, sondern eine persönliche Verpflichtung.
Für seine herausragenden Verdienste wurde Günter Feucht mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Damit wurde sein jahrzehntelanger Einsatz für das Gemeinwohl, für den Bevölkerungsschutz und für die Menschen in unserer Gesellschaft gewürdigt.
Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Landesvorstand blieb er seiner ASB-Gliederung, dem heutigen ASB Alb & Stauferland, eng verbunden und brachte seine Erfahrung und sein Engagement weiterhin ehrenamtlich ein.
Mit Günter Feucht verlieren wir einen überzeugten Samariter, einen Vordenker, einen Gestalter und einen Menschen, der den ASB mit seiner Persönlichkeit, seiner Beharrlichkeit und seinem Einsatz nachhaltig geprägt hat.
Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Angehörigen sowie allen Weggefährtinnen und Weggefährten.
Der ASB Baden-Württemberg wird Günter Feucht ein ehrendes Andenken bewahren.