Einrichtungs- und Pflegedienstleitungstagung 2026: Digitalisierung und KI in der Pflege im Fokus

Wie kann Digitalisierung dazu beitragen, Pflegefachkräfte zu entlasten, Bürokratie abzubauen und die Versorgung von Pflegebedürftigen weiter zu verbessern? Mit diesen und weiteren Zukunftsfragen beschäftigten sich die Einrichtungs- und Pflegedienstleitungen aus der stationären und ambulanten Pflege des ASB Baden-Württemberg bei ihrer diesjährigen Tagung am 14. Oktober 2026.

Nach der Begrüßung durch Landesgeschäftsführer Lars-Ejnar Sterley richtete Samantha Schneider-Tsolakidou vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg ein Grußwort an die Teilnehmenden und gab Einblicke in aktuelle Entwicklungen, die „Gemeinsame Erklärung zur Digitalisierung in der Langzeitpflege“ und was diese konkret für die Pflege bedeutet.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung standen praxisnahe Beispiele und innovative Technologien im Mittelpunkt. So wurden Erfahrungen mit Reinigungsrobotern in stationären Pflegeeinrichtungen ausgetauscht und aufgezeigt, wie technische Unterstützung Mitarbeitende im Alltag entlasten kann.

Einen wissenschaftlichen Blick auf die Chancen und Herausforderungen digitaler Lösungen warf die Expertin Patrizia Held der Hochschule Furtwangen. Sie referierte über digitale Technologien in der Versorgung von Menschen mit Demenz.

Ein besonderes Highlight der Tagung war der Praxisbericht von Daniel Bayer, Einrichtungsleiter der ASB Region Ludwigsburg. Er berichtete über die Einführung des KI-gestützten Sozialroboters „Navel“ und die bisherigen Erfahrungen im Pflegealltag. Für Staunen und zahlreiche Schmunzler sorgte dabei vor allem der Roboter „Oscar“, der eigens zur Tagung mitgebracht worden war. Die Teilnehmenden konnten seine Fähigkeiten direkt erleben: Oscar begrüßte die Anwesenden, führte Gespräche und wechselte dabei sogar ins Kroatische, als er sich mit einer Leitungskraft unterhielt. Die eindrucksvolle Demonstration zeigte, welches Potenzial Künstliche Intelligenz und Robotik für Kommunikation, Aktivierung und soziale Teilhabe in Pflegeeinrichtungen bieten können.

Darüber hinaus stellte der ASB Baden-Württemberg seinen bisherigen Weg der Digitalisierung in Pflege und Sozialen Diensten vor. Deutlich wurde dabei, dass digitale Lösungen schon heute einen wichtigen Beitrag leisten können, um Prozesse zu vereinfachen, Mitarbeitende zu entlasten und die Zusammenarbeit zu stärken.

Neben den fachlichen Impulsen bot die Tagung vor allem Raum für den Austausch und die Vernetzung der Führungskräfte. Die Veranstaltung machte deutlich: Digitale Innovationen werden die Pflege in den kommenden Jahren weiter prägen. Entscheidend für ihren Erfolg bleiben jedoch die Menschen, die diese Entwicklungen aktiv gestalten und verantwortungsvoll zum Wohle der Pflegebedürftigen und Mitarbeitenden einsetzen.