6040931200 Kinder aus Krisen- und Kriegsgebieten konnten am Samstag, 4. Juni den Alltag in der Flüchtlingsunterkunft hinter sich lassen und erlebten einen unvergesslichen Tag im Freizeitpark „Traumland auf der Bärenhöhle“.
„Die Wasserrutschte ist das Beste!“ Das ist die einhellige Meinung. Marianna, 10 Jahre, kommt aus Serbien und ist mit der Gruppe aus Backnang angereist. Sie ist seit drei Jahren in Deutschland, aber „so etwas wie hier habe ich noch nie gemacht“, erzählt sie strahlend.

 

Auch Yalda, 11, ihre Schwester Nada, 7, und Milad, 9 Jahre, aus Afghanistan kommen glücklich und nass aus der Wasserrutsche. „Wir sind schon zwei Mal gefahren und wollen nachher nochmal“, so Yalda. Die drei haben noch viel vor, bevor sie mit dem Reisebus am Nachmittag wieder nach Altdorf fahren, wo sie untergebracht sind.

Hanna Käfer ist ehrenamtliche Betreuerin und kommt mit zwei weiteren Betreuerinnen und 18 Kindern aus Rastatt. „Unsere Kinder sind ganz neu hier in Deutschland. Die meisten kommen aus Syrien und sprechen fast kein Deutsch.“ Im Bus seien sie sehr aufgeregt gewesen, berichtet Hanna Käfer. „Dabei hatten sie eigentlich gar keine Vorstellung davon, was sie erwartet.“ Sie zeigt auf die vor Freude kreischenden Kinder auf der „Wellen-Superrutsche“, der Riesen-Rutsche im Traumland und sagt strahlend: „aber wenn man dieses ausgelassene Lachen hört, spürt man sofort, dass diese Kinder heute glücklich sind!“.

Auch Floriane Abedi, ehrenamtliche Betreuerin des Freundeskreises Ost aus Stuttgart freut sich am ausgelassenen Geschrei „ihrer“ zwölf Kinder. „Manche von ihnen waren monatelang in einer Turnhalle untergebracht, das hier heute zu erleben ist ein Highlight“, so Abedi.

„Hier, Oma hat Wasser“, sagt Ortrud Sickert aus Vaihingen/Enz und gibt dem 9-jäjhrigen Ahmed eine Flasche. Ortrud Sickert ist mit ihren drei „Enkeln“ Dora, 4 Jahre, Khadiya und Ahmed, beide 9 Jahre, aus Syrien auf Einladung des ASB und der ASJ Baden-Württemberg ins „Traumland“ gekommen. Sickert kümmert sich um die Kinder und ihre Eltern, seit sie vor fünf Monaten nach Vaihingen/Enz gekommen sind. „Ich habe selbst erlebt wie die Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg kamen. Die Vorstellung, kein Zuhause zu haben, ist einfach schlimm. Und diese Kinder haben zum Teil so Schreckliches erlebt, da ist es ein ganz besonderes Geschenk, das sie vom ASB und der ASJ Baden-Württemberg zu diesem Ausflug eingeladen wurden“, so Sickert.

Die 12-jährige Glorija kam mit ihrer Familie vor zwei Jahren aus Serbien nach Deutschland. Gemeinsam mit ihrer Schwester Alexandra ist sie am Morgen aus Nürtingen gekommen. Auf die Frage, was ihr am Traumland am besten gefallen habe, schwärmt sie „alles, alles“. Ihre kleine Schwester Alexandra und die umstehenden Mädchen stimmen ihr zu „es war alles ganz neu und schön!“.

„Das drehende Haus, die Wellen-Rutsche, die Wasserbahn“, die acht Kindern aus Ispringen sind ganz begeistert von ihrem Tag im Traumland und rufen aufgeregt durcheinander, was ihnen am besten gefallen hat.

Auf Einladung des Arbeiter-Samariter-Bundes Baden-Württemberg e.V. (ASB) und der Arbeiter-Samariter-Jugend Baden-Württemberg (ASJ) hatten sich 17 Arbeitskreise Asyl aus ganz Baden-Württemberg mit jeweils ca. 10 Kindern für den Tagesausflug angemeldet. An- und Abreise in Reisebussen sowie die Verpflegung im Park wurden vom ASB organisiert und finanziert. Außerdem begleiteten zahlreiche Ehrenamtliche aus der Landesgeschäftsstelle des ASB in Stuttgart sowie der Arbeiter-Samariter-Jugend den Ausflug.

Sehr großzügig unterstützte auch das „Traumland“ die Aktion, indem es allen Beteiligten den Eintritt in den Park schenkte: „Die Kinder haben so viel Schlimmes erleben müssen, dass wir ihnen einfach ein paar schöne Stunden schenken möchten. Ich finde den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer viel lobenswerter!!“, so Ingrid Ehe vom Freizeitpark „Traumland auf der Bärenhöhle“.

 6040958 Foto: ASB Baden-Württemberg/Kopp